Großzügigkeit lohnt sich

BTempel Jerusalemringt die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der Herr Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.


(Maleachi 3,10)


„Muss man in eurer Kirche Kirchensteuer zahlen?“ So werde ich manchmal gefragt. Selbstverständlich lautet meine Antwort auf diese Frage: „Nein“.

„Dennoch“, so ergänze ich oft, „geben manche auch mehr, als wenn sie Kirchensteuer bezahlen müssten.“ Denn viele haben für sich erkannt: Die Art und Weise, wie ich mit meinem Geld umgehe, gehört zu meinem geistlichen Leben.
Auch die Frage, wieviel Geld ich für etwas hergebe, hat mit meinem Verhältnis zu Gott zu tun. Großzügigkeit beim Geben kann in diesem Verhältnis ein Ausdruck von Dankbarkeit und Vertrauen sein.

Wenn der Prophet Maleachi im Namen Gottes auf den Zehnten zu sprechen kommt, dann wird deutlich: In der Zeit dieses Propheten gab es eine Tempelsteuer. Ein ganzer Stamm des Volkes Israels, nämlich der Stamm der Leviten, war mit der Durchführung des Tempeldienstes beauftragt. Weil dieser Stamm nicht über eigenes Land verfügte, war er für seinen Lebensunterhalt darauf angewiesen, dass die anderen elf Stämme ein Zehntel ihrer Einkünfte für den Tempeldienst zur Verfügung stellten.

Viele Zeitgenossen des Propheten Maleachi versuchten aber, durch exzessives Ausnutzen von Ausnahmeregeln bei der Tempelsteuer ihren Beitrag für den Tempel auf das Minimum zu beschränken. Zugleich brachten sie als Klage vor Gott, dass sie Gottes gnädiges Handeln inmitten der Belastungen ihrer Zeit vermissen.

Maleachi ruft daraufhin im Namen Gottes seine Zeitgenossen zu einer Art Experiment auf. Er lädt sie ein: Probiert doch mal, was passiert, wenn ihr selber großzügiger seid, wenn es darum geht, Gott zu ehren und zu dienen. Gewiss werdet ihr dann umso mehr für die Gnade Gottes offen sein – und die Fülle dieser Gnade umso mehr erfahren!

Offenbar lässt sich Gottes Gnade besser mit großzügig zum Geben geöffneten Händen empfangen als mit Händen, die so wenig wie möglich für Gott und für andere Menschen hergeben mögen.

Darin erkenne ich auch für Sie und mich die Botschaft: Das Einüben von Großzügigkeit kann helfen, offener für die Fülle der Gnade Gottes zu werden.

Ihnen und mir wünsche ich, diese Erfahrung neu oder vielleicht auch zum ersten Mal zu machen!

Marco Alferink